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Grundlagen

Cruralgie: wenn der Schmerz vorne in den Oberschenkel zieht

Den Ischias kennen viele: Er zieht hinten ins Bein. Weniger bekannt ist die Cruralgie, die im unteren Rücken beginnt und vorne in den Oberschenkel zieht, manchmal bis zum Knie oder zum inneren Fussrand. Wie man sie erkennt, vom Ischias unterscheidet, was im Alltag hilft, wann man zum Arzt gehen sollte und wie wir sie im Centre Algos in Freiburg angehen.

Von Veröffentlicht am 31. Oktober 20266 Min. Lesezeit

Mann von hinten, beide Hände am unteren Rücken.

Was ist eine Cruralgie?

Der Oberschenkelnerv (Nervus femoralis, französisch «nerf crural») entsteht aus Nervenwurzeln, die auf Höhe der Lendenwirbel aus der Wirbelsäule austreten. Laut ameli.fr, dem öffentlichen französischen Gesundheitsportal, folgt die Cruralgie dem Verlauf dieses Nervs, der aus den Nervenwurzeln auf Höhe des 3. und 4. Lendenwirbels (bezeichnet als L3 und L4) gebildet wird. Die Universitätsspitäler Genf (HUG) sprechen von Lumbocruralgie: ein Kreuzschmerz, der vorne in den Oberschenkel ausstrahlt.

Wie beim Ischias ist die übliche Ursache eine gereizte Nervenwurzel im unteren Rücken, etwa durch einen Bandscheibenvorfall oder eine Arthrose der Lendenwirbelsäule. Auch eine Verengung des Kanals, in dem die Nerven verlaufen (Spinalkanalstenose), kann dahinterstecken.

Cruralgie: welche Symptome?

Laut ameli beginnt der Schmerz im unteren Rücken und zieht:

  • vorne in den Oberschenkel;
  • bis zum Knie;
  • manchmal weiter, bis zum inneren Fussrand.

Wie jeder Nervenwurzelschmerz kann er mit Kribbeln, vermindertem Gefühl oder Schwäche im Bein einhergehen. Bei der Untersuchung kann die Ärztin oder der Arzt den Schmerz auslösen, indem die Hüfte in Bauch- oder Seitenlage sanft nach hinten gestreckt wird (ein von den HUG beschriebener Test). Zudem wird nach Kraftverlust gesucht.

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Cruralgie oder Ischias?

Beides sind Nervenschmerzen, die im Rücken beginnen. Der Unterschied liegt im Verlauf:

  • Ischias (Wurzeln L5 und S1): hinten am Oberschenkel, dann seitlich oder hinten am Unterschenkel bis zum Fuss. Siehe unseren Artikel zum Ischias;
  • Cruralgie (Wurzeln L3 und L4, die Nervenwurzeln, die auf Höhe des 3. und 4. Lendenwirbels austreten): vorne am Oberschenkel, bis zum Knie, manchmal bis zum inneren Fussrand;
  • einfache Kreuzschmerzen: Der Schmerz bleibt im unteren Rücken. Siehe chronische Kreuzschmerzen im Alltag.

Ein Schmerz vorne am Oberschenkel ist nicht immer eine Cruralgie: Auch Hüfte oder Knie können ihn verursachen. Die ärztliche Untersuchung macht den Unterschied.

Was hilft im Alltag?

Ameli und die HUG geben einfache Hinweise:

  • Aktiv bleiben. Längere Bettruhe wird nicht empfohlen. Ist der Schmerz erträglich, führen Sie Ihre Aktivitäten angepasst und ohne Zwang weiter.
  • Positionen und Bewegungen meiden, die den Schmerz auslösen, bis er sich beruhigt.
  • In der Nacht: in Rückenlage feste Kissen unter den Knien; in Seitenlage ein kleines festes Kissen zwischen den Knien.
  • Wärme entspannt verkrampfte Muskeln: warmes Bad, Wärmekissen. Achten Sie auf Verbrennungen, vor allem bei vermindertem Gefühl.
  • Schmerzmittel: Ameli bevorzugt Paracetamol; ein rezeptfreier Entzündungshemmer sollte in Selbstmedikation höchstens 5 Tage eingenommen werden. Lassen Sie sich in der Apotheke beraten.
  • Aktive Physiotherapie gehört zu den Massnahmen, die die HUG empfehlen.

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Warnzeichen: wann sofort ärztliche Hilfe?

Gehen Sie in die Notaufnahme, wenn:

  • der Schmerz extrem ist und auf Schmerzmittel nicht anspricht;
  • Sie eine Lähmung oder Kraftverlust im Bein bemerken;
  • Sie das Gefühl im Bereich zwischen After und Genitalien verlieren;
  • Sie Mühe beim Wasserlassen, Urinverlust, Verlust der Stuhlkontrolle oder ungewohnte Verstopfung haben;
  • Sie zusammen mit dem Schmerz Fieber haben oder sich sehr krank fühlen (zum Beispiel Atemnot oder Erbrechen): Diese Zeichen können auf eine andere Ursache hinweisen, die rasch abgeklärt werden muss.

Gehen Sie zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn:

  • es Ihnen nach einigen Tagen nicht besser geht und der Schmerz den Alltag stark einschränkt;
  • eine zunehmende Schwäche oder Taubheit im Bein auftritt;
  • der Schmerz zunimmt, vor allem nachts;
  • Sie vor Beginn des Schmerzes ungewollt Gewicht verloren haben.

Diese schweren Formen sind selten: Ameli.fr beschreibt sie als «viel seltener» als die gewöhnliche Form.

Sie sind unsicher, wie Sie Ihre Situation einordnen sollen? Ein kostenloser 10-minütiger Anruf, unverbindlich und auf Französisch oder Englisch, gibt Raum dafür. Kostenlosen Rückruf anfordern (10 Min.)

Über den Nerv hinausschauen

Die erste Konsultation dauert 1,5 bis 2 Stunden (CHF 182). Das kostenlose Gespräch und die Konsultationen finden auf Französisch oder Englisch statt. Bringen Sie Ihr Patientendossier, Ihre Untersuchungsergebnisse (MRT, Berichte) und die Liste Ihrer Medikamente mit. Wir verschaffen uns einen Überblick und erstellen gemeinsam Ihren Plan. Die Begleitung wird danach an Ihren Verlauf angepasst.

Wir arbeiten mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt und den anderen Fachpersonen zusammen, die Sie begleiten, etwa Ihrer Physiotherapeutin oder Ihrem Physiotherapeuten.

Welche Ansätze können im Centre Algos ihren Platz finden?

Je nach Situation lassen sich mehrere Ansätze kombinieren, ergänzend zur ärztlichen Betreuung:

  • Naturheilkunde: Schlaf, Stress, Ernährung und Lebensrhythmus, um an Gewohnheiten zu arbeiten, die den Schmerz beeinflussen können.
  • Schröpfen: am unteren Rücken angewendet, kann es helfen, Muskelspannungen zu lösen.
  • Funktionelle Biologie und Mikronährstofftherapie: eine Abklärung, um mögliche Ungleichgewichte in der Ernährung zu erkennen, zu besprechen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Jeder Mensch reagiert anders: Ziel ist, Ihren Alltag besser zu leben, ohne ein Ergebnis zu versprechen.

Wann ärztlichen Rat suchen?

Quellen und weiterführende Informationen

Häufige Fragen

Was in Ihrem Fall passiert

Dieser Text gibt allgemeine Hinweise. Was Ihre Schmerzen in Ihrem konkreten Alltag unterhält, verdient ein echtes Gespräch statt einer allgemeinen Antwort.

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