Beschwerden
Chronische Schmerzen: Anhaltende Schmerzen verstehen und Behandlungsmöglichkeiten kennen
Warum Schmerzen bestehen bleiben können, was dazu beiträgt und wie wir sie in Freiburg beurteilen
Mit Schmerzen zu leben, die nicht verschwinden, verändert den Alltag. Schlaf, Arbeit, körperliche Aktivität, Stimmung und soziales Leben können betroffen sein, oft weit über das hinaus, was Untersuchungsbefunde vermuten lassen.

Chronische Schmerzen sind keine einzelne Diagnose. Der Begriff umfasst sehr unterschiedliche Situationen mit unterschiedlichen Mechanismen und unterschiedlichem Behandlungsbedarf. Deshalb passt nicht für alle dieselbe Erklärung.
Diese Seite erklärt, was chronische Schmerzen bedeuten, was zu ihrem Fortbestehen beitragen kann, was Untersuchungen zeigen können und was nicht, und wie wir die Situation im Centre Algos in Freiburg beurteilen.
Was sind chronische Schmerzen?
Von chronischen Schmerzen spricht man in der Regel, wenn Schmerzen länger als drei Monate anhalten oder immer wieder auftreten. Massgebend ist dabei vor allem die Dauer und nicht die Stärke: Auch mässige Schmerzen können chronisch sein, sehr starke Schmerzen können akut bleiben.
Chronische Schmerzen zeigen sich nicht in einer einzigen Form. Sie können sein:
- dauerhaft und täglich vorhanden
- wechselnd, mit ruhigeren Phasen
- wiederkehrend in Episoden
- auf eine Region begrenzt
- regional, zum Beispiel im ganzen Arm oder Bein
- ausgedehnt oder an mehreren Stellen gleichzeitig
Sie können nach einer Verletzung oder einer Operation auftreten, eine Arthrose, ein Wirbelsäulenproblem, eine Nervenschädigung, eine entzündliche Erkrankung oder eine andere Krankheit begleiten. Bei manchen Menschen erklärt keine einzelne strukturelle Diagnose das gesamte Schmerzerleben.
Chronische Schmerzen bedeuten nicht automatisch, dass das Gewebe verheilt ist. In manchen Situationen bleibt eine Erkrankung oder eine Gewebeschädigung aktiv und klinisch bedeutsam. In anderen bestehen die Schmerzen weiter, obwohl die ursprüngliche Verletzung gut verheilt ist. Diese Unterscheidung verändert die Abklärung.
Chronisch primäre und chronisch sekundäre Schmerzen
Die Schmerzmedizin unterscheidet heute zwei grosse Situationen. Diese Unterscheidung hilft zu verstehen, warum zwei Menschen mit anhaltenden Schmerzen nicht dasselbe Vorgehen brauchen.
Chronisch sekundäre Schmerzen
Die Schmerzen bleiben mit einer erkennbaren Erkrankung verbunden, die klinisch weiterhin bedeutsam ist: eine Arthrose, eine entzündliche Erkrankung, eine Krebserkrankung oder deren Behandlung, eine Schädigung oder Erkrankung des Nervensystems, eine anhaltende muskuloskelettale Pathologie oder Folgen einer Operation oder eines Unfalls.
In diesen Situationen wird die zugrunde liegende Erkrankung weiterhin für sich behandelt und begleitet.
Chronisch primäre Schmerzen
In anderen Fällen werden chronische Schmerzen zu einem eigenständigen Gesundheitsproblem, das sich durch eine andere Diagnose allein nicht ausreichend erklären lässt.
Das bedeutet nicht, dass die Schmerzen eingebildet sind, dass sie automatisch psychisch bedingt wären, dass nichts vorliegt oder dass man sie einfach hinnehmen muss.
Wir gehen nicht davon aus, dass jede anhaltende Schmerzsituation chronisch primären Schmerzen entspricht. Das Bild ergibt sich aus der Krankengeschichte, den bereits erfolgten Abklärungen und dem Verlauf.
Bedeuten stärkere Schmerzen immer mehr Schaden?
Schmerz ist eine schützende Erfahrung, die das Nervensystem als Antwort auf eine wahrgenommene Bedrohung erzeugt. Bei einer frischen Verletzung stimmen Schmerzstärke und Gewebeschaden oft recht gut überein.
Halten Schmerzen an, wird dieser Zusammenhang weniger direkt. Die Schmerzstärke ist keine direkte Messung:
- des Ausmasses einer Gewebeschädigung
- des Entzündungsgrades
- des Ausmasses von Abnutzung oder Degeneration
- der im MRT sichtbaren Veränderungen
Das heisst nicht, dass Gewebebefunde bedeutungslos wären. Eine strukturelle Erkrankung kann sehr wohl zu chronischen Schmerzen beitragen. Entscheidend ist, dass der Zusammenhang zwischen Befund und erlebtem Schmerz nicht immer eins zu eins ist. Dasselbe beschreiben wir auf unserer Seite zu Rückenschmerzen.
Drei grosse Schmerzmechanismen
Die Schmerzmedizin beschreibt drei grosse Mechanismen. Sie sind keine Diagnosen zum Selbststellen, und mehrere davon können bei derselben Person gleichzeitig vorliegen.
Nozizeptiver Schmerz
Er ist mit einer tatsächlichen oder drohenden Schädigung von nicht nervalem Gewebe und der Aktivierung von Schmerzrezeptoren verbunden.
- Gelenkbezogene Schmerzen
- entzündliche muskuloskelettale Schmerzen
- Folgen einer Gewebeverletzung
Das bedeutet nicht, dass Arthroseschmerzen rein nozizeptiv sind. Bei manchen Menschen tragen weitere Mechanismen zum Bild bei.
Neuropathischer Schmerz
Er entsteht durch eine Schädigung oder Erkrankung des somatosensorischen Nervensystems. Dazu gibt es auf unserer Website eine eigene Seite.
- brennende Empfindungen
- elektrisierende oder einschiessende Schmerzen
- Kribbeln
- Taubheitsgefühl
- veränderte Empfindung bei Berührung
Noziplastischer Schmerz
Dieser Begriff beschreibt Schmerzen bei veränderter Nozizeption, ohne klaren Hinweis darauf, dass eine bestehende Gewebeschädigung oder eine Erkrankung des somatosensorischen Nervensystems die Beschwerden allein erklärt.
- ausgedehnte oder an mehreren Stellen auftretende Schmerzen
- erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Berührung, Bewegung oder Druck
- Beschwerden, die im Verhältnis zu den Gewebebefunden ausgeprägt sind
- Müdigkeit
- nicht erholsamer Schlaf
Nicht jede ausgedehnte Schmerzsituation entspricht diesem Mechanismus, und diese Seite erlaubt keine Diagnose einer Fibromyalgie. Das Nervensystem ist nicht defekt und das Gehirn erfindet keine Schmerzen: die Verarbeitung der Schmerzinformation ist verändert.
Gemischte Mechanismen
Viele Situationen vereinen mehrere Mechanismen gleichzeitig. Jemand kann zum Beispiel gewebebezogene Gelenkschmerzen, einen nervalen Anteil und eine erhöhte Empfindlichkeit aufweisen. Wer dieses Nebeneinander erkennt, vermeidet zu einfache Erklärungen und plant die Behandlung besser.
Warum können Schmerzen bestehen bleiben?
Es gibt keine einzelne Erklärung. Was zur Persistenz beiträgt, ist von Person zu Person verschieden und kann umfassen:
- eine weiterhin aktive Erkrankung oder Gewebeschädigung
- eine frühere Verletzung
- eine Nervenschädigung oder Nervenreizung
- eine veränderte Schmerzverarbeitung
- eine verminderte körperliche Belastbarkeit
- wiederholte, schlecht verträgliche Belastungen
- längere Inaktivität
- gestörten Schlaf
- ausgeprägte Müdigkeit
- Stress und emotionale Belastung
- Wirkungen bestimmter Medikamente
- den allgemeinen Gesundheitszustand
- stoffwechselbezogene oder ernährungsbezogene Faktoren, wenn sie klinisch relevant sind
- berufliche und soziale Umstände
Das ist keine Liste von Ursachen zum Abhaken. Es sind Faktoren, die Beschwerden beeinflussen können und deren Bedeutung im Einzelfall beurteilt wird.
Dass Schlaf, Stress oder emotionale Belastung Schmerzen beeinflussen, macht die Schmerzen nicht psychisch.
Sind chronische Schmerzen nur Kopfsache?
Nein. Schmerz ist eine reale sinnliche und emotionale Erfahrung, an der das Nervensystem beteiligt ist.
Gedanken, Gefühle, Schlaf, Stress, frühere Erfahrungen und der Kontext können beeinflussen, wie Schmerz verarbeitet wird. Das gilt für Schmerzen allgemein, auch nach einer frischen Verletzung. Die Schmerzen werden dadurch weder eingebildet noch willentlich steuerbar.
Umgekehrt rechtfertigt die Beteiligung des Nervensystems nicht, strukturelle oder entzündliche Anteile zu übersehen, wenn sie vorhanden sind.
Schmerz wird nicht einfach vom Gehirn erzeugt. Er entsteht durch eine komplexe Verarbeitung im Nervensystem und im Körper.
Können chronische Schmerzen bestehen, wenn Untersuchungen unauffällig sind?
Ja, und das kommt häufig vor.
MRT, Röntgen und Blutuntersuchungen beantworten bestimmte biologische Fragen. Sie messen weder das Schmerzerleben noch alle Aspekte der Schmerzverarbeitung direkt.
- unauffällige Bilder bedeuten nicht, dass die Schmerzen eingebildet sind
- auffällige Bilder erklären nicht automatisch die gesamten Beschwerden
- unauffällige Routinewerte schliessen nicht jeden beitragenden Faktor aus
- mehr Untersuchungen sind nicht automatisch besser
Das weitere Vorgehen richtet sich nach dem klinischen Bild. Vertiefend erklärt unser Beitrag im Wissenszentrum, warum Schmerzen chronisch werden.
Schlaf und chronische Schmerzen
Schlaf und Schmerz beeinflussen sich gegenseitig. Schmerzen können das Einschlafen stören und zu nächtlichem Erwachen führen. Schlechter Schlaf kann seinerseits die Schmerzempfindlichkeit erhöhen und die Erholung erschweren.
In der Konsultation interessieren uns deshalb:
- die Schlafqualität
- nächtliches Erwachen
- die Schlafdauer
- ob der Schlaf erholsam ist
- ob Schmerzen den Schlaf unterbrechen
Schlechter Schlaf verursacht für sich allein keine chronischen Schmerzen, und besserer Schlaf heilt sie nicht. Schlaf bleibt aber klinisch bedeutsam und sollte angesprochen werden.
Bewegung, Aktivität und körperliche Belastbarkeit
Anhaltende Schmerzen verändern oft das Bewegungsverhalten. Manche Menschen reduzieren ihre Aktivität stark, weil Bewegung wehtut oder unsicher wirkt. Andere überschreiten ihre aktuelle Belastbarkeit regelmässig und erleben Beschwerdeschübe.
Das Ziel ist weder vollständige Schonung noch Durchhalten um jeden Preis. Je nach Situation kann die Behandlung umfassen:
- Bewegung im Alltag beibehalten
- eine schrittweise Steigerung der Aktivität
- Kräftigung
- eine bessere körperliche Belastbarkeit
- eine bewusste Einteilung von Belastung und Pausen
- die Anpassung von Belastungen und Positionen
- die schrittweise Rückkehr zu wichtigen Tätigkeiten
Bewegung ist weder Strafe noch Wundermittel. Sie lässt sich mit ärztlicher Betreuung, Physiotherapie und den Behandlungen im Centre Algos verbinden. Bei breiteren Gelenk- und Muskelbeschwerden geht unsere Seite zu muskuloskelettalen Schmerzen weiter ins Detail.
Warum kommt es manchmal zu Schmerzschüben?
Schwankungen gehören für viele Menschen mit anhaltenden Schmerzen zum Alltag. Ein Schub bedeutet nicht zwingend eine neue Schädigung.
Beeinflussen können ihn:
- ungewohnte körperliche Belastung
- eine lange andauernde Tätigkeit
- umgekehrt eine Phase mit wenig Bewegung
- zu wenig Schlaf
- eine zwischenzeitliche Erkrankung
- eine belastende Phase mit Stress
- eine Veränderung im Tagesablauf
- die Aktivität einer zugrunde liegenden Erkrankung, wenn eine besteht
Eine deutliche und ungewohnte Veränderung sollte jedoch nicht vorschnell als blosser Schub abgetan werden. Neue neurologische Symptome, ein Unfall, Fieber oder andere Warnzeichen erfordern eine erneute ärztliche Beurteilung.
Müdigkeit und Konzentrationsstörungen
Manche Menschen mit anhaltenden Schmerzen berichten zusätzlich über ausgeprägte Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, nicht erholsamen Schlaf oder das Gefühl eines geistigen Nebels. Dafür gibt es eine eigene Seite.
Diese Beschwerden können mit den Schmerzen und mit der Alltagsbewältigung zusammenwirken. Nicht alle Menschen mit chronischen Schmerzen erleben sie, aber wenn sie vorhanden sind, gehören sie in die Beurteilung.
Wie werden chronische Schmerzen abgeklärt?
Die Beurteilung beginnt nicht mit der Wahl einer Behandlung, sondern mit dem Verständnis der Situation.
Im Centre Algos interessieren uns unter anderem:
- wo die Schmerzen auftreten
- wann sie begonnen haben und wie lange sie bestehen
- wie sie sich entwickelt haben
- wie sie sich anfühlen und beschrieben werden
- was sie verstärkt und was sie lindert
- frühere Verletzungen und Operationen
- bereits gestellte Diagnosen
- vorhandene Bildgebung und Laborwerte
- bisherige Behandlungen
- die aktuelle Medikation
- Funktion im Alltag, Arbeit und körperliche Aktivität
- Schlaf und Müdigkeit
- der allgemeine Gesundheitszustand
- das emotionale Umfeld und Stress, wenn sie relevant sind
- Ihre persönlichen Ziele
Wir überlegen zudem, ob das Bild eher für nozizeptive, neuropathische, noziplastische oder gemischte Mechanismen spricht. Das ist eine klinische Orientierung und keine endgültige Einteilung jedes Schmerzes.
Braucht es bei chronischen Schmerzen mehr Untersuchungen?
Nicht automatisch. Eine Untersuchung soll eine klinische Frage beantworten.
Je nach Krankengeschichte und bereits erfolgten Abklärungen kann der nächste Schritt sein:
- keine zusätzliche Untersuchung
- die erneute Durchsicht bestehender Bildgebung
- eine weitere ärztliche Beurteilung
- eine gezielte Bildgebung
- gezielte Blutuntersuchungen
- eine funktionelle Laborabklärung
- eine Zuweisung an eine Spezialistin oder einen Spezialisten
Das bedeutet nicht, dass bei jeder Person mit chronischen Schmerzen eine verborgene biologische Auffälligkeit vorliegt, und auch nicht, dass unauffällige Routinewerte durch weiterführende Tests zwangsläufig eine Antwort liefern. Wir veranlassen keine Untersuchungen auf gut Glück.
Funktionelle Diagnostik und Mikronährstoffmedizin
Bei ausgewählten Personen können breitere biologische Faktoren für den allgemeinen Gesundheitszustand, den Ernährungsstatus, Energie und Erholung, die Stoffwechselgesundheit oder weitere Begleitbeschwerden bedeutsam sein. Wenn die Krankengeschichte einen Anlass gibt, kann eine gezielte Laborabklärung klären helfen, ob solche Faktoren Beachtung verdienen. Das ist das Feld der funktionellen Diagnostik und Mikronährstoffmedizin.
Wir gehen nicht davon aus, dass ein Mikronährstoffmangel die meisten chronischen Schmerzen erklärt oder dass die Korrektur eines Laborwerts Schmerzen beseitigt. Wir geben keine Standardliste von Präparaten ab, und nicht alle Menschen brauchen umfangreiche Laboruntersuchungen.
Medikamente bei chronischen Schmerzen
Menschen mit chronischen Schmerzen nehmen teils Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente, Präparate gegen neuropathische Schmerzen oder krankheitsspezifische Therapien ein. Je nach Diagnose und Person können diese Behandlungen einen sinnvollen Platz haben.
Im Centre Algos gilt:
- Ihre aktuelle Medikation gehört zur Beurteilung
- Nutzen, Grenzen und Ihre eigenen Erfahrungen sind relevant
- wir beschreiben Medikamente nicht als blosses Überdecken von Symptomen
- wir raten nicht dazu, verordnete Medikamente ohne ärztliche Rücksprache abzusetzen
- komplementäre Ansätze sind kein automatischer Ersatz für Medikamente
Die schulmedizinische Schmerzbehandlung
Die Behandlung chronischer Schmerzen kann je nach Situation verschiedene Disziplinen einbeziehen:
- die hausärztliche Betreuung
- eine fachärztliche Beurteilung
- Physiotherapie und Rehabilitation
- psychologische Ansätze
- Schmerzmedizin
- medikamentöse Behandlungen
- interventionelle Verfahren
- eine Operation, wenn eine geeignete strukturelle Indikation besteht
Nicht alle Betroffenen brauchen ein multidisziplinäres Spitalprogramm. Das Centre Algos versteht sich nicht als Gegenmodell zu den Schweizer Schmerzzentren: Unsere Arbeit ergänzt eine geeignete medizinische Betreuung, sie ersetzt sie nicht.
Körperbezogene und psychologische Ansätze
Psychologische Ansätze, Entspannung, Atemtechniken oder Achtsamkeit können manchen Menschen helfen, einzelne Aspekte chronischer Schmerzen besser zu bewältigen. Zu den Atemtechniken gibt es im Centre Algos eine eigene Seite.
Ein psychologischer Ansatz bedeutet nie, dass die Schmerzen eingebildet wären. Solche Ansätze sind mögliche unterstützende Bausteine, die gemeinsam gewählt werden, und keine Basisbehandlung für alle.
Unser Vorgehen bei chronischen Schmerzen im Centre Algos
Wir gehen schrittweise vor, in einer Reihenfolge, die den weiteren Weg sinnvoll macht.
Wir versprechen keine vollständige Schmerzfreiheit. Realistische Ziele betreffen die Linderung der Beschwerden, eine bessere Funktion und einen besseren Schlaf, mehr körperliche Belastbarkeit, die Teilnahme am Alltag, Vertrauen in den eigenen Körper und die Lebensqualität.
Das Schmerzmuster verstehen
Welche Art von Schmerz liegt vor, wo tritt er auf, wie hat er sich verändert und welche Diagnosen bestehen bereits?
Die Auswirkungen verstehen
Wie wirken sich die Schmerzen auf Bewegung, Schlaf, Energie, Arbeit, den Alltag und die Lebensqualität aus?
Das bisher Erfolgte durchgehen
Ärztliche Abklärungen, Bildgebung, Labor, Physiotherapie, Medikamente, Infiltrationen, Operationen, komplementäre Behandlungen.
Relevante beitragende Faktoren erkennen
Nur jene, die das klinische Bild wirklich stützt, ohne die Konsultation in eine Inventarliste zu verwandeln.
Entscheiden, was noch abgeklärt werden soll
Nicht alle brauchen weitere Untersuchungen. Wenn eine Untersuchung sinnvoll ist, erklären wir, welche Frage sie beantwortet.
Eine individuelle Behandlungsstrategie aufbauen
Sie kann Bewegung und Rehabilitation, Ihre bestehende medizinische Betreuung, Naturheilkunde, ausgewählte Behandlungen im Centre Algos, eine gezielte biologische Abklärung, Erholungsmassnahmen und bei Bedarf eine fachärztliche Zuweisung verbinden. Die Strategie wird je nach Verlauf angepasst.
Welche Behandlungen infrage kommen und warum
Wir bieten nicht jeder Person alle unsere Behandlungen an. Die Auswahl richtet sich nach dem klinischen Bild und wird in der Konsultation besprochen.
Anhaltende muskuloskelettale, gelenk-, sehnen- oder rückenbezogene Schmerzen
Die perkutane Hydrotomie kann im Centre Algos bei ausgewählten anhaltenden oder wiederkehrenden Schmerzen erwogen werden, insbesondere wenn das klinische Bild relevante muskuloskelettale, gelenkbezogene, sehnenbezogene, rückenbezogene oder bandscheibenbezogene Beschwerden umfasst. Ob sie geeignet ist, hängt von der individuellen klinischen Situation ab und wird in der Konsultation besprochen.
Schlaf, Ernährung, Aktivität, Erholung und allgemeine Gesundheit
Naturheilkunde bedeutet nicht, ein natürliches Schmerzmittel zu suchen. Sie bietet einen Rahmen, um Schlaf, Ernährung, körperliche Aktivität, Erholung, Stress, die allgemeine Gesundheit, Medikamente und Präparate sowie individuelle Gewohnheiten zu betrachten, wenn diese für das Schmerzbild relevant sind.
Unser Beitrag beschreibt ausführlich, welche Rolle die Naturheilkunde bei chronischen Schmerzen spielen kann.
Unterstützung mit Heilpflanzen
Die Phytotherapie kann als unterstützender Bestandteil einer individuellen Strategie erwogen werden. Die Auswahl richtet sich nach der klinischen Situation, den Beschwerden, den bestehenden Medikamenten und weiteren Behandlungen. Sie ersetzt keine medikamentöse Therapie und regeneriert kein Gewebe.
Muskuläre Verspannungen und regionale Beschwerden
Die Schröpftherapie kann erwogen werden, wenn muskuläre Verspannungen, regionale Beschwerden oder ausgewählte muskuloskelettale Symptome zum Bild gehören. Die Breuss-Massage kann bei Rückenbeschwerden und muskulären Verspannungen erwogen werden. Diese Ansätze behandeln nicht die Mechanismen chronischer Schmerzen im Allgemeinen.
Anhaltende oder wiederkehrende Schmerzen mit muskuloskelettalen Beschwerden
Die Baunscheidt-Therapie kann bei ausgewählten Patientinnen und Patienten mit anhaltenden oder wiederkehrenden Schmerzen und muskuloskelettalen Beschwerden als Teil einer individuellen Strategie erwogen werden.
Wann brauchen anhaltende Schmerzen rasch eine erneute ärztliche Beurteilung?
Die meisten Situationen sind nicht dringlich. Einzelne Zeichen sprechen jedoch für eine rasche ärztliche Abklärung:
- eine neue oder rasch fortschreitende neurologische Schwäche
- neue Störungen der Blasen- oder Darmkontrolle zusammen mit Wirbelsäulenbeschwerden
- ein schweres Unfallereignis
- Fieber zusammen mit neuen oder starken Schmerzen
- ein heisses, geschwollenes Gelenk mit Krankheitsgefühl
- ein unerklärter, deutlicher Gewichtsverlust
- neue starke Schmerzen mit ausgeprägten Allgemeinsymptomen
- der Verdacht auf eine Infektion
- der Verdacht auf einen Knochenbruch
- der Verdacht auf einen Gefässnotfall
- neue Schmerzen bei einer Person mit relevanter Krebsvorgeschichte
- eine plötzliche deutliche Veränderung eines bisher stabilen Schmerzmusters
Wenden Sie sich in solchen Situationen an Ihre Ärztin, Ihren Arzt, an einen Notfalldienst oder an die Notrufnummern und nicht an eine reguläre Terminanfrage.
Wenn eine genauere Diagnose zählt
Chronische Schmerzen sind ein übergeordneter Rahmen. Je nach Beschwerden kann eine spezifischere Seite hilfreicher sein:
Eigene Seiten
Rückenschmerzen betreffen anhaltende Kreuzschmerzen, bandscheibenbezogene Beschwerden und Ischias. Arthrose betrifft anhaltende Gelenkschmerzen und Steifigkeit. Tendinopathien betreffen anhaltende Sehnenbeschwerden. Muskuloskelettale Schmerzen decken Gelenk-, Muskel- und bewegungsbezogene Beschwerden breiter ab. Nackenschmerzen betreffen die Halswirbelsäule.
Neuropathische Schmerzen betreffen Nervenschädigungen und Nervenerkrankungen. Autoimmune und entzündliche Erkrankungen betreffen bestätigte oder vermutete entzündliche Krankheitsbilder. Müdigkeit und Konzentrationsstörungen begleiten manchmal das Schmerzbild. Sportverletzungen betreffen Schmerzen, die nach einer sportbedingten Verletzung oder Überlastung anhalten.
Vertiefung im Wissenszentrum
Zwei Beiträge vertiefen, was diese Seite zusammenfasst: warum Schmerzen chronisch werden, mit den Mechanismen im Detail, und chronische Schmerzen: welche Rolle kann Naturheilkunde spielen, mit der integrativen Vorgehensweise.
Konsultation im Centre Algos in Freiburg
Das Centre Algos befindet sich in Freiburg. Die erste Konsultation nimmt sich Zeit für die Geschichte Ihrer Schmerzen, deren Auswirkungen, das bisher Unternommene und die noch offenen Fragen.
Anschliessend besprechen wir gemeinsam, welche Möglichkeiten in Ihrer Situation sinnvoll sind und wie sie sich mit Ihrer medizinischen Betreuung verbinden lassen.
Häufige Fragen
- Ab wann spricht man von chronischen Schmerzen?
- In der Regel, wenn Schmerzen länger als drei Monate anhalten oder wiederkehren. Massgebend ist die Dauer und nicht die Stärke.
- Warum bleiben Schmerzen manchmal bestehen, obwohl eine Verletzung verheilt ist?
- Mehrere Faktoren können beitragen: eine verminderte Belastbarkeit, eine Nervenreizung, gestörter Schlaf, eine veränderte Schmerzverarbeitung oder eine weiterhin aktive Erkrankung. Die Kombination ist individuell verschieden.
- Bedeuten chronische Schmerzen, dass noch ein Gewebeschaden besteht?
- Nicht zwingend, aber auch nicht zwingend das Gegenteil. In manchen Situationen bleibt eine Erkrankung aktiv, in anderen bestehen die Schmerzen weiter, obwohl die ursprüngliche Verletzung gut verheilt ist.
- Können meine Schmerzen real sein, wenn MRT und Blutwerte unauffällig sind?
- Ja. Diese Untersuchungen beantworten bestimmte biologische Fragen und messen das Schmerzerleben nicht direkt. Unauffällige Ergebnisse machen Schmerzen nicht eingebildet.
- Sind chronische Schmerzen psychisch bedingt?
- Nein. Schmerz ist eine reale Erfahrung, an der das Nervensystem beteiligt ist. Stress, Schlaf und Gefühle können die Verarbeitung beeinflussen, was für Schmerzen allgemein gilt und sie weder eingebildet noch willentlich steuerbar macht.
- Was ist der Unterschied zwischen nozizeptivem, neuropathischem und noziplastischem Schmerz?
- Nozizeptiver Schmerz hängt mit einer Schädigung von nicht nervalem Gewebe zusammen, neuropathischer Schmerz mit einer Schädigung oder Erkrankung des somatosensorischen Nervensystems und noziplastischer Schmerz mit einer veränderten Nozizeption, ohne dass Gewebe- oder Nervenschaden die Beschwerden allein erklären. Diese Mechanismen können gemeinsam vorkommen.
- Warum habe ich Schmerzschübe?
- Ungewohnte Belastung, längere Inaktivität, schlechter Schlaf, eine zwischenzeitliche Erkrankung oder eine belastende Phase können die Beschwerden beeinflussen. Ein Schub bedeutet nicht zwingend eine neue Schädigung, eine deutliche ungewohnte Veränderung sollte aber beurteilt werden.
- Verstärkt schlechter Schlaf die Schmerzen?
- Schlechter Schlaf kann die Schmerzempfindlichkeit erhöhen und die Erholung erschweren, und Schmerzen stören ihrerseits den Schlaf. Schlaf allein verursacht keine chronischen Schmerzen, sollte aber angesprochen werden.
- Soll ich mich bei chronischen Schmerzen bewegen?
- In den meisten Situationen ist angepasste Bewegung sinnvoll. Das passende Mass hängt von Ihrer aktuellen Belastbarkeit und Ihrer Diagnose ab, wobei sowohl eine zu rasche Steigerung als auch längere Schonung ungünstig sein können.
- Brauche ich weitere Untersuchungen?
- Nicht automatisch. Eine Untersuchung soll eine konkrete klinische Frage beantworten. Je nach Krankengeschichte kann das die Durchsicht bestehender Befunde, eine gezielte Abklärung oder auch gar keine zusätzliche Untersuchung bedeuten.
- Können sich Schmerzen nach mehreren Jahren noch bessern?
- Eine Besserung bleibt möglich, insbesondere bei Funktion, Schlaf, Belastbarkeit und Lebensqualität. Vollständige Schmerzfreiheit versprechen wir jedoch nicht.
- Lassen sich chronische Schmerzen ohne Medikamente behandeln?
- Manche Menschen kommen mit wenig oder ohne Medikamente aus, andere brauchen sie. Wir verfolgen nicht das Ziel, verordnete Medikamente zu reduzieren oder zu ersetzen: Änderungen gehören zur Besprechung mit der verschreibenden Fachperson.
- Wie geht das Centre Algos bei chronischen Schmerzen vor?
- Wir verstehen zuerst die Art der Schmerzen, ihre Auswirkungen und das bisher Erfolgte, entscheiden dann, was noch abgeklärt werden soll, und entwickeln mit Ihnen eine individuelle Strategie, die dem Verlauf angepasst wird.
Passende Behandlungen
Perkutane Hydrotomie
Ein lokaler Behandlungsansatz, der bei ausgewählten anhaltenden oder wiederkehrenden Schmerzen je nach klinischer Situation erwogen werden kann.
Naturheilkunde
Ein ganzheitlicher Ansatz, um Ihre Gesundheit besser zu verstehen und Ihr langfristiges Wohlbefinden zu unterstützen.
Funktionelle Diagnostik & Mikronährstoffmedizin
Ernährung und gezielte biologische Informationen, um Ihre individuellen Bedürfnisse besser zu verstehen.
Medizinische Quellen und weiterführende Informationen
- IASP, SchmerzterminologieReferenzdefinitionen von Schmerz sowie der nozizeptiven, neuropathischen und noziplastischen Mechanismen.
- Treede et al., IASP-Klassifikation chronischer Schmerzen für die ICD-11Unterscheidung zwischen chronisch primären und chronisch sekundären Schmerzen.
- Kosek et al., klinische Kriterien für noziplastische SchmerzenVorgeschlagener Rahmen zur Einordnung noziplastischer muskuloskelettaler Schmerzen.
- Fitzcharles et al., noziplastischer Schmerz (The Lancet)Klinische Übersicht zum Konzept und seinen praktischen Folgen.
- Revue Médicale SuisseSchweizer Fachpublikationen zur Behandlung chronischer Schmerzen.
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