Kann eine Tendinopathie ohne Kortison heilen?
Ja. Kortikosteroid-Injektionen sind für die meisten Tendinopathie-Rehabilitationsprogramme nicht erforderlich. Progressive Belastung, Belastungssteuerung und weitere gezielte Behandlungen können je nach Sehne und individueller Situation eingesetzt werden.
Heilt Kortison eine Sehne?
Kortison kann Schmerzen und entzündliche Signalwege schnell reduzieren. Das ist jedoch nicht dasselbe wie der Wiederaufbau der Sehnenstruktur oder Belastbarkeit. Experimentelle Forschung zeigt zudem ungünstige Auswirkungen lokaler Glukokortikoide auf Sehnenzellen, Kollagensynthese und mechanische Eigenschaften.
Kann eine Kortisonspritze eine Sehne schwächen?
Experimentelle Studien zeigen eine reduzierte Lebensfähigkeit und Vermehrung von Sehnenzellen, eine verminderte Kollagensynthese, eine Desorganisation des Kollagens und eine Verschlechterung mechanischer Eigenschaften nach Glukokortikoid-Exposition. Die klinische Auswirkung hängt vom jeweiligen Kontext ab, diese Befunde sind jedoch bei wiederholten Injektionen im Sehnenbereich wichtig.
Warum können die Schmerzen nach einer Kortisonspritze zurückkommen?
Schmerzen können verschwinden, bevor die Sehne ihre Belastbarkeit wiedererlangt hat. Wird die normale oder hohe Belastung wieder aufgenommen, während das zugrunde liegende Belastungsproblem fortbesteht, können die Symptome zurückkehren. Bei einigen Tendinopathien wurden nach Kortikosteroid-Injektionen hohe Rückfallraten dokumentiert.
Sind Kortisonspritzen für alle Sehnen schlecht?
Nein. Die Ergebnisse unterscheiden sich je nach Sehne und Behandlungskontext. Eine Achilles-Studie aus dem Jahr 2022 zeigte beispielsweise einen Nutzen, wenn eine ultraschallgesteuerte Kortikosteroid-Injektion mit Training kombiniert wurde. Die Behandlung sollte deshalb auf der spezifischen Diagnose beruhen.
Was ist die beste Alternative zu Kortison bei Tendinopathie?
Es gibt keine einzelne Alternative für jede Sehne. Progressive Belastung gehört zu den Grundlagen der Behandlung. Je nach Diagnose können Stosswellentherapie, ausgewählte lokale Verfahren und perkutane Hydrotomie weitere Optionen sein.
Reicht Training bei chronischer Tendinopathie aus?
Training ist zentral, bei anhaltenden Beschwerden kann jedoch eine umfassendere Beurteilung und zusätzliche Behandlung erforderlich sein. Diagnose, Belastung, Biomechanik, bisherige Behandlungen und mögliche strukturelle oder medizinische Faktoren sollten berücksichtigt werden.
Was ist Heavy-Slow-Resistance-Training?
Dabei handelt es sich um progressives Krafttraining mit relativ hohen Widerständen und kontrollierten Bewegungen. Es ist eine Möglichkeit, Muskel- und Sehnenkapazität schrittweise zu erhöhen und wurde unter anderem bei Patellasehnen-Tendinopathie untersucht.
Kann perkutane Hydrotomie bei Tendinopathie eingesetzt werden?
Ja. Im Centre Algos setzen wir perkutane Hydrotomie bei bestimmten anhaltenden oder wiederkehrenden Sehnenproblemen ein, wenn sie klinisch sinnvoll ist. Sie kann als Teil einer längerfristigen Strategie mit progressiver Rehabilitation kombiniert werden.
Ist perkutane Hydrotomie dasselbe wie eine Kortisonspritze?
Nein. Die therapeutischen Prinzipien unterscheiden sich. Kortikosteroide zielen primär auf die Unterdrückung entzündlicher Signalwege und Schmerzen. Perkutane Hydrotomie wird als gezielte lokale Behandlung rund um das betroffene Gewebe eingesetzt und beruht nicht auf Kortikosteroiden als therapeutischem Mechanismus.
Kann eine Tendinopathie ohne Operation behandelt werden?
Ja. Die meisten Tendinopathien werden zunächst ohne Operation behandelt. Rehabilitation und andere konservative oder minimalinvasive Verfahren werden üblicherweise vor einer Operation eingesetzt, sofern keine bedeutende strukturelle Verletzung oder andere spezifische Operationsindikation besteht.
Wann braucht man bei Sehnenschmerzen ein MRT oder einen Ultraschall?
Bildgebung kann sinnvoll sein, wenn die Diagnose unklar ist, Beschwerden trotz Behandlung fortbestehen, eine bedeutende strukturelle Verletzung vermutet wird oder das Ergebnis die Behandlung verändern würde. Bildgebungsbefunde müssen immer zusammen mit dem klinischen Bild beurteilt werden.