Welche Ernährung ist bei Autoimmunerkrankungen am besten?
Es gibt keine einzige Ernährung, die nachweislich für alle Autoimmunerkrankungen am besten ist. Eine hochwertige, überwiegend wenig verarbeitete, mediterran geprägte Ernährung ist eine gute allgemeine Grundlage. Sie sollte jedoch an Diagnose, Symptome, Ernährungsstatus und individuelle Verträglichkeit angepasst werden.
Welche Lebensmittel sollte man bei Autoimmunerkrankungen meiden?
Es gibt keine universelle Liste. Lebensmittel sollten ausgeschlossen werden, wenn ein medizinischer Grund besteht, beispielsweise Gluten bei Zöliakie, eine bestätigte Allergie oder ein anderer klarer individueller Grund. Der unnötige Ausschluss vieler Lebensmittelgruppen kann die Vielfalt und Nährstoffversorgung verschlechtern.
Ist Zucker bei Autoimmunerkrankungen schlecht?
Eine hohe Aufnahme zugesetzten Zuckers sollte im Rahmen einer besseren Ernährungsqualität und Stoffwechselgesundheit reduziert werden. Die Evidenz rechtfertigt jedoch nicht die Aussage, dass jeder Zucker direkt autoimmune Entzündungen verursacht. Ganzes Obst muss nicht gemieden werden, nur weil es natürlicherweise Zucker enthält.
Kann die Darmgesundheit Autoimmunerkrankungen beeinflussen?
Der Darm steht in enger Wechselwirkung mit dem Immunsystem. Darmmikrobiom und Darmbarriere sind wichtige Forschungsfelder bei Autoimmunerkrankungen. Bei verschiedenen Krankheiten wurden Veränderungen des Mikrobioms beobachtet, wobei Ursache und Wirkung nicht immer geklärt sind.
Beginnen Autoimmunerkrankungen im Darm?
Nicht generell. Autoimmunerkrankungen haben komplexe und krankheitsspezifische Ursachen. Der Darm spielt bei der Immunregulation eine Rolle und kann bei bestimmten Erkrankungen besonders relevant sein, sollte aber nicht als universeller Ursprung der Autoimmunität dargestellt werden.
Kann man Autoimmunerkrankungen durch «Darmheilung» heilen?
Es gibt keine Evidenz dafür, dass ein allgemeines «Darmheilungsprogramm» Autoimmunerkrankungen heilt. Eine bessere Ernährung, die Behandlung gastrointestinaler Erkrankungen, die Korrektur von Mängeln und die Unterstützung der Darmgesundheit können dennoch wichtige Bestandteile einer umfassenden Behandlung sein.
Was ist Dysbiose?
Dysbiose beschreibt eine Veränderung eines mikrobiellen Ökosystems im Vergleich zu einem Referenzzustand. Der Begriff ist in der Forschung nützlich, es gibt aber kein universelles Mikrobiomprofil, das bei jedem Patienten oder jeder Autoimmunerkrankung eine Dysbiose definiert.
Sollte man bei Autoimmunerkrankungen Probiotika nehmen?
Nicht automatisch. Die Wirkung von Probiotika hängt von Stamm, Erkrankung und Kontext ab. Ein allgemeines Probiotikum kann nicht allein deshalb als Behandlung von Autoimmunerkrankungen betrachtet werden, weil das Mikrobiom an der Immunbiologie beteiligt ist.
Sollte man Gluten meiden?
Bei Zöliakie muss Gluten strikt vermieden werden. Bei anderen Autoimmunerkrankungen ist ein routinemässiger Glutenverzicht nicht automatisch notwendig. Wenn eine Zöliakie vermutet wird, sollte die Diagnostik möglichst vor Beginn einer strikt glutenfreien Ernährung erfolgen.
Ist die AIP-Diät wissenschaftlich bewiesen?
Das Autoimmune Protocol hat in kleinen vorläufigen Studien interessante Resultate gezeigt. Die derzeitige Evidenz reicht jedoch nicht aus, um es als allgemein etablierte Behandlung für Autoimmunerkrankungen anzusehen. Zudem ist die Ernährung stark einschränkend.
Welche Vitamine und Mineralstoffe sind bei Autoimmunerkrankungen wichtig?
Vitamin D, Vitamin B12, Folat, Eisen, Selen und weitere Mikronährstoffe können je nach Erkrankung, Ernährung, Medikamenten und Aufnahme relevant sein. Entscheidend ist, ob ein Mangel oder ein konkreter Grund für eine Untersuchung oder Supplementierung besteht.
Ist Vitamin D bei Autoimmunerkrankungen wichtig?
Vitamin D spielt eine Rolle in der Immunbiologie und ein nachgewiesener Mangel sollte korrigiert werden. Eine grosse randomisierte Präventionsstudie fand bei Erwachsenen unter Vitamin D weniger neu auftretende Autoimmunerkrankungen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Vitamin D allein eine bereits bestehende Autoimmunerkrankung behandelt.
Können Autoimmunerkrankungen Nährstoffmängel verursachen?
Ja. Manche Autoimmunerkrankungen beeinflussen Appetit, Nahrungsaufnahme oder die Aufnahme im Magen-Darm-Trakt. Zöliakie, chronisch entzündliche Darmerkrankungen und Autoimmungastritis sind Beispiele, bei denen Nährstoffmängel klinisch bedeutsam sein können.
Sind Stuhluntersuchungen bei Autoimmunerkrankungen sinnvoll?
Sie können sinnvoll sein, wenn sie eine konkrete klinische Frage beantworten, insbesondere bei Verdauungsbeschwerden. Breite kommerzielle Mikrobiomprofile unterscheiden sich von etablierten gezielten Stuhluntersuchungen und sind nicht automatisch notwendig.
Kann Centre Algos Mikronährstoffe und Darmgesundheit untersuchen?
Ja. Wenn klinisch sinnvoll, können wir gezielte Blutuntersuchungen und ausgewählte Stuhluntersuchungen auf Grundlage der Symptome, Vorgeschichte und bereits vorhandenen Befunde verordnen. Ziel ist es, konkrete klinische Fragen zu beantworten und die Ergebnisse in einen individuellen Behandlungsplan einzubeziehen.